Montag, 10. September 2018

Krallenpflege - Alptraum oder Traum?

Die Krallenpflege – für manche eine supereinfache Sache, für andere die Hölle. Und mit Hölle meine ich wirlich den Alptraum schlechthin. Ein zappelnder Hund, mit Panick gefüllte Augen und ein in Schweiss gebadeter Besitzer. Keiner hat Spass, beide hassen es. Nicht ganz unbekannt, aber darüber reden tun wenige. Krallenpflege ist nicht immer eine einfache Sache.

Das kann selbstverständich unterschiedliche Ursachen haben und nicht immer ist der Besitzer Schuld. Manchmal gibt es keinen offensichtlichen Grund warum der Hund, der ja sonst alles mit sich machen lässt, so ein Theater veranstaltet. Vielleicht hat da jemand einmal zu kurz geschnitten, so dass es ordentlich wehtat (das vergisst er nicht!), vielleicht hat der Hund schlechte Erfahrungen mit der Handhabung seiner Pfoten (durch Terarzt, Besitzer etc) gemacht, ist diese von klein auf einfach nicht gewohnt oder vielleicht mag der Hund es einfach nicht an den Pfoten angefasst zu werden.

Eigentlich ist es volkommen egal warum der Hund so reagiert, denn Tatsache ist, dass es für ihn keine angenehme Angelegenheit ist. Es ist immer wieder ein stressvolles Erlebnis, bei dem er sich jedes Mal in einem negativen emotionellen Zustand befindet und sogar nach Strategien sucht zu entkommen. Sei es Knurren, Beissen oder Zappeln. Fakt ist, es ist Stress. Und das muss die Krallenpflege nicht unbedingt sein.


In meinen Augen ist es unsere Pflicht als Hundehalter unseren Hunden zu helfen, sei es durch gezieltes Training oder durch das Finden von Alternativen. Denn die gibt es meistens, und dort wo es sie nicht gibt, ist es immernoch unsere Aufgabe die Probleme nicht zu ignorieren, sondern an ihnen zu arbeiten und unangenehme Situationen zumindest so angenehm wie möglich für unseren Hund zu machen.

In diesem Eintrag werde ich auf ein paar Alternativen zu der klassischen Krallenschere eingehen, das Scratchboard und die Nagelfeile. Ich werde auch erklären wie ich das Training mit Kiwi aufgebaut habe und vor allem, wie lange es gedauert hat bis sie entspannt und cool auf meinem Schoss liegen blieb und sich ihre Krallen feilen liess. Das hat nämlich einiges an Zeit und Geduld gebraucht.

Kiwi pflegt ihre Kratzer forlgendermassen: Erst kratzt sie selbst auf einem Scratchboard, bzw einem Blatt Sanpapier um ein Buch gewickelt, und wetzt sich so schon einmal grob ihre Krallen an den Vorderpfoten ab. Danach setzt sie sich auf meinen Schoss, schmeisst sich nach hinten, so dass sie angenehm liegt, und ich feile die Krallen an den Vorderpfoten nach. Diese wetzten sich nämlich, zumindest bei Kiwi, etwas ungleich auf dem Board ab. Die Krallen an den hinteren Pfoten feile ich ganz. Man kann dem Hund beibringen auch mit den Hinterbeinen zu kratzen, aber das ist etwas schwieriger, und, da die hinteren oft nicht so schnell wachsen, nicht unbedingt nötig.

Ich habe das Training nach folgendem Prinzip aufgebaut: Kiwi hat die Kontrolle. Sie entscheidet ob sie und wie schnell sie vorgehen möchte. Versucht man sie zu zwingen verschwindet sie in eine andere Welt und zeigt sehr deutlich, dass sie sich extrem unwohl fühlt und eine gute Zusammenarbeit ist somit nicht möglich. Das möchte ich nicht und habe deswegen versucht aus der ganzen Sache eine spassige Angelegenheit zu machen.

Angefangen hat alles mit einer Fussfeile, einer ganz normalen mit etwas Sandpapier drauf aus dem Drogeriemarkt. Daraus wurde nach und nach ein Bogen Sandpapier und dazu eine Feile. Kiwi fand es sehr schnell witzig selbst auf dieser Fussfeile rumzukratzen. Die Krallen wurden dadurch kürzer, ich kam meinem Ziel näher und Kiwi hatte das Gefühl selbst entscheiden zu können. Und genau das ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Kiwi hat das Gefühl der Kontrolle über ihren eigenen Körper und das stärkt. Gleichzeitig eröffnet es Möglichkeiten auch an tendenziell unangenehmen Situationen arbeiten zu können. Da so eine Fussfeile nicht wirklich gross ist wurde daraus ein Bogen Sandpapier. Auf dem kann mit beiden Pfoten gekratzt werden und dazu mit einer ganz anderen Kraft. Es geht also etwas schneller.

Sich es sich selbst auf meinem Schoss gemütlich zu machen und dort liegen zu bleiben war dann die nächste Übung. Das drauf setzten und hinlegen war eine Sache, das Liegenbleiben war auch in Ordnung, aber dann kam das Krallenfeilen dazu. Das hat ziemlich lange gedauert, ich glaube wir haben dafür mehrere Monate gebraucht. Denn die einzelnen Pfoten und Krallen festzuhalten, die Feile an die Krallen zu führen und zu feilen war am Anfang gar nicht in Ordnung.

Mit sehr viel Geduld, sehr guten Belohnungen und vielen kurzen Trainingseinheiten kamen wir aber zum Schluss ans Ziel. Und das sieht bei uns so aus:


Die eigene Frustration auushalten
Es ist nicht immer leicht selbst entspannt zu bleiben, wenn das Training nicht ganz so läuft wie man es sich selbst vorgestellt hat. Man ist leicht frustriert, wenn Hund nach hundert Trainingseinheiten es immernoch nicht gut findet, aber genau das müssen wir aushalten. Wir müssen uns noch einmal fragen ob wir an den Hund Anforderungen stellen, die wirklich für ihn einfach zu realisieren sind. Wir müssen das Traning so gestalten, dasss der Hund glücken kann und es zum grössten Teil auch tut. Konkret soll das heissen, dass von 10 Versuchen ungefähr 8 geglückt sein sollten. Wir müssen auch darauf achten uns innerhalb des Rahmens zu halten in dem der Hund sich wohlfühlt und gut mitarbeitet, ihn also nicht zu etwas zwingen und somit seine Grenzen überschreiten. Auch müssen wir immer wieder schauen, ob die Belohnung für den Hund auch wirklich interessant ist und wie gut wir im zur richtigen Zeit belohnen sind (wenn ich beim Zurückziehen der Pfote lobe und dann belohne verstärke ich genau das Verhalten, was ich nicht haben möchte), denn das ist ganz und gar nicht immer so einfach.

Mit unseren eigenen Gefühlen, zum Beispiel der Frustration und Ungeduld, zurechtzukommen ist unsere Verantwortung. Der Hund kann sonstwie unlogisch und „schwierig“ wirken, es geht hier darum dem Hund die Krallenpflege als das Beste der Welt zu verkaufen, und nicht alle Kunden sind gleich leicht zu überzeugen.

Soviel dazu, jetzt fangen wir mit dem Training an.

Das braucht ihr:
Sandpapier aus dem Baumarkt
Unsere Nagelfeile
  1. Richtig gute Belohnungen!
    Und da meine ich etwas, was euer Hund wirklich mag. Aber gleichzeitig auch nicht etwas, wofür er im Kreis rennt und total ausflippt. Ein zu aufgedrehter Hund hält vielleicht etwas schlecht still. 
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  3. Eine Unterlage auf der der Hund sich die Krallen abwetzen kann.
    Das kann ein Bogen Sandpapier und ein Buch sein, so wie wir das benutzen. Man kann aber auch eine Platte nehmen und das Papier darauf befestigen. Für grössere Hunde ist eine Platte wahrscheinlich besser und Sandpapier vielleicht zu dünn. Da kann eventuell Dachpappe helfen. Leider habe ich auf diesem Gebiet nur Erfahrung mit Hunden bis zu 10 kg und da hat Sandpapier immer gereicht.
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  5. Eine Nagelfeile
    Ich habe im Internet eine Feile bestellt, die für Acrylnägel verwendet wird und somit sehr grob ist. Schaut nach einer Feile mit einer groben Körnung zum Beispiel 100/180 Grit. Umso höher diese Zahl, umso gröber ist die Feile.
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  7. Viel Zeit und Geduld
    Wirklich viel Geduld, es kann manchmal echt dauern und frustrierend sein. Tief durchatmen!
     
  8. Einen Hund
    Könnt aber bestimmt auch mit anderen Tieren oder sogar Kindern funktionieren. Ein etwas müder, beziehungsweise ausgelasteter, Hund kann durchaus von Vorteil sein, aber bitte nicht beim Schlafen stören.
Dann kann gestartet werden. Ich starte so wie wir es machen, also mit dem Scratchboard, dann nehme ich mir das Klettern und hinlegen auf den Schoss vor und zuguterletz das Feilen. Wer nur feilen möchte überspringt einfach die nächsten Schritte.

Bevor wir anfangen nur schnell: das Training baut auf dem Prinzip der positiven Verstärkung auf. Das heisst, dass wir gewünschtes Verhalten (auf dem Board scratchen, Pfote stillhalten,..) bestätigen und verstärken (davon wollen wir mehr) und unerwünschtes (Pfote zu sich ziehen) ignorieren (davon wollen wir weniger. Ob ihr einen Clicker oder ein Wort benutzen wollt könnt ihr selbst entscheiden.

Und noch eine kleine Warnung: Krallenpflege kann so viel Spass machen, dass der Hund, wenn er das Scratchboard irgendwo findet, auch gerne alleine eine Runde pflegt und das sollte er nur unter Ausicht. Denkt also bitte dran immer alles wegzuräumen. Ich bin da mal von einem intensiven Kratzen geweckt worden...

SCRATCHBOARD
Kann der Hund mit seiner Pfote schon etwas berühren (wie zum Beispiel die Pfote geben) geht es wahrscheinlich etwas schneller. Wenn nicht, ist es aber auch nicht so schwer.

  1. Den Bogen auf den Boden legen und den Hund mit seinen Vorderpfoten auf den Bogen locken. Jedes Mal loben und belohnen, wenn der Hund auf den Bogen geht. Wenn der Hund schon Pfote gibt, ein paar Mal Pfote geben lassen und dann den Bogen dazwischen halten. Kommt die Pfote auf den Bogen loben und belohnen.
     
  2.  Nicht locken, einfach mal sehen ob der Hund von selbst den Bogen berührt. Tut er das, loben und belohnen. Genau das Gleiche gilt für Hunde die schon Pfote geben. Bogen hinhalten und abwarten.
  3. Immer wieder den Hund dafür belohnen die Pfote auf das Papier zu setzen/legen.
  4. Mit der Zeit den Bogen (ums Buch herum oder auf einer Platte) etwas schräger halten, so dass die Pfote etwas dran kratzt. Schön loben und belohnen.
     
  5. Der Hund kratzt einmal, abwarten und schauen ob er noch einmal kratzt. Loben und belohnen.
  6. Je nachdem wie oft/lange man möchte, dass der Hund kratzt verstärkt man jetzt nach zwei- bis dreimal kratzen.
VORSICHT! Den Hund nicht zu lange kratzen lassen. Die Krallen müssen regelmässig geprüft werden, so dass der Hund nicht zu viel wegschleift. Blutende Krallen sind kein Spass und absolutt zu umgehen. Auch auf die Ballen muss aufgepasst werden, da die sonst schnell wund gescheuert sind. Da finde ich hilft es das Board schräge zu halten.


ENTSPANNT AUF DEM SCHOSS
  1. Mit angewinkelten Beinen auf den Boden oder auf das Sofa setzen
     
  2. Hund mit einem Leckerlie auf den Schoss locken
    Das kann gerne so viel geübt und belohnt werden, dass der Hund freiwillig auf den Schoss springt.
     
  3. Hund mit dem Kopf zu sich sitzend auf dem Schoss platzieren
    Schön verstärken!
  4. Jetzt mit einem Leckerlie den Kopf nach oben und etwas nach hinten führen, so dass der Hund sich nach hinten lehnt und sich mit dem Rücken auf die Beine legt. Richtig doll loben und belohnen! Diesen Schritt sehr oft wiederholden. Und Eigeninitiative seitens des Hundes belohnen.
  5. Den Hund liegend immer wieder belohnen und die Zeit herauszögern.
  6. Kann der Hund entspannt auf dem Schoss liegen und dort auch eine Weile bleiben, fangen wir an die Pfoten anzufassen.



HANDHABUNG UND FEILEN DER KRALLEN
  1. Pfote anfassen, Hund zieht sie nicht zurück → Loben und Belohnung
    Eventuell ist es am Anfang genug die Pfote nur zu berühren. Will der Hund gar nicht angefasst werden kann man die Pfote ganz leicht mit einem Finger berühren, indem man berührt loben und belohnen. Bei manchen Hunden muss man ganz langsame und kleine Schritte machen. Weiter üben bis das Pfoteanfassen in Ordnung ist.
     
  2. Pfote etwas festhalten und fürs Stillhalten loben und belohnen
     
  3. Die Pfote untersuchen, die einzelnen Krallen angucken usw → Loben und belohnen
     
  4. Wenn das gut klappt, die Pfote mit der Feile berühren. Loben und belohnen.
     
  5. Die einzelnen Krallen festhalten, mit der Feile berühren und fürs Stillhalten belohnen.
     
  6. Findet der Hund das ok vorsichtig anfangen ein bisschen zu feilen. Loben und belohnen!
     
  7. Langsam anfangen etwas mehr zu feilen bevor das Lob und die Belohnung kommt.

Daran denken kurze Einheiten einzuhalten. Kurze Einheiten, in denen der Hund oft Erfolg hat, sind effektiver als zu lange, in denen der Hund die Anforderungen nicht erfüllen kann! Wenn es noch nicht so richtig klappt, einen Schritt zurück.

Nicht aufgeben!
Falls das Training sich ab und an etwas aufhängt und ihr das Gefühl habt es geht nicht weiter, nicht gleich verzweifeln. Manchmal braucht es etwas Zeit. Ich habe oft das Gefühl, dass da eine kleine Pause helfen kann. Versucht euer Ziel vor Augen zu haben, aber denkt dran, den Weg dahin gut aufzuteilen. Kleine Schritte, kleine Ziele – ein paar Schritte vor und ein paar zurück. Es gibt durchaus auch Tage an denen der Hund einfach keine Lust hat, das kennen wir alle selbst und sollten uns davon nicht entmutigen lassen. Es gibt Tage an denen Kiwi ganz und gar nicht in der Laune ist ihre Krallen zu machen, ich probiere es dann einfach am nächsten Tag und meist klappt es dann besser.

Wir wünschen euch ganz viel Glück beim Trainieren, gebt doch gerne eine Rückmeldung zu diesem Eintrag und lasst uns wissen, ob ihr mehrere solcher haben wollt!

Freitag, 7. September 2018

Schwabbelsitting

Ich sag euch Leute, so eine Horde kleiner Schwabbels ist echt anstrengend! Wir passen gerade auf diese Meute auf und, obwohl erst eine knappe Stunde vergangen ist, bin ich schon fix und fertig. Jetzt liegen sie glücklicherweise alle wie kleine Klöpse in der Gegend rum, machen komische Geräusche und pennen. Manchmal zucken die auch so ganz komisch, so als hätten sie keine Anfälle. Aber solange sie atmen und sich ab und an bewegen, ist laut Mama alles in Ordnung. Somit können Leela und ich uns etwas ausruhen und ich kann mich endlich eimal wieder bei euch melden.

Wir haben nämlich zur Zeit echt viel um die Ohren. Besonders weil Leela so grosse Probleme hat, dazu erzählt Mama euch aber selbst bald mehr. Sonst passen wir immernoch auch auf die Pferde einer Bekannten auf und versorgen diese jeden Abend. Mama schwimmt ganz fleissig ihre Runden, ich trainiere meine Suchnase und passe natürlich auf, dass Mutti nie langweilig wird. Beziehungsweise versuche ich sie auch etwas abzulenken, die denkt im Moment nämlich sehr viel nach und macht sich viel zu viele Sorgen.

So, jetzt zeige ich euch aber mal ein paar Bilder von den Schwabbels, die haben wir nämlich am Mittwoch gemacht. Euch wünsche ich einen schönen Tag!

Montag, 13. August 2018

Die Schwabbels sind da!

Einige von euch werden es ja sicher auf Instagram schon gesehen haben. Bei Tante B gibt es wieder Welpen!

Die sind noch miniklein, also noch nicht so gross, dass Leela und ich sie besuchen dürfen, aber Mama hat schon ein paar Babybilder für euch gemacht und die wollte ich euch schnell zeigen. Wir besuchen die Monster sobald sie alt genug sind und spielen sie dann alle platt. So wie beim letzten Mal, nur dass Leela jetzt mitmachen kann. Ich freue mich schon, das hat letztes Mal echt Spass gebracht mit so vielen neuen Kumpels, ausserdem schwabbeln die noch so klumpig durch die Gegend, dass die mich nie kriegen.
Der Dicke!

Im Moment sind sie noch sehr langweilig, brüllen nur wenn sie Hunger haben und kacken wie die Könige. Die Augen sind auch noch zu und die krabelschwabbeln unbeholfen durch die Gegend. Mama findet sie jetzt natürlich schon sooo süss, wie so kleine Meerschweinchen seien die, ich finde die sollen mal etwas schneller wachsen.

Es sind übrigens kleine Eurasier. In gross sind die ganz struppig, die Haare stehen vom Körper ab, als ob die in eine Steckdose gefasst haben. Es sind dieses Mal 5 Mädchen und nur 1 Junge. Der Arme, der muss sich bei so vielen Mädchen echt durchboxen. Bisher macht er das ganz gut, dick und rund ist er und sogar der schwerste Brummer von allen. Alle sind putzmunter und natürlich hoffe ich, dass das auch so bleibt.

Ja, mehr gibt es noch nicht über die Windelkacker zu berichten, viel Spass beim Bilderangucken. Ich gehe jetzt mal ne Runde mit Mama spazieren!

Donnerstag, 2. August 2018

Wir machen uns nützlich! - von Futtermangel, Hitze, einem Quad und Pferden



Wie einige von euch ja schon mitbekommen haben, sind wir im Moment viel auf einem Hof und greifen der Besitzerin etwas unter die Arme. Diese ist nämlich hochschwanger, so hoch, dass das Baby theoretisch heute kommen könnte. Der Bauch ist echt so drall, dass ich glaube der platzt jeden Moment und das Baby marschiert freudig heraus.

Da wir diesen Sommer keinen Besuch aus Deutschland auf der Hütte haben und eigentlich nichts Gescheites zu tun haben, meinte Mama, dass wir uns genauso gut etwas nützlich machen und jemandem, der es gebrauchen kann, helfen können. Also sind wir die letzten zwei Wochen cirka regelmässig auf dem Hof einer Bekannten gewesen und sammeln Pferdeäpfel, füllen Wasser auf, sammeln und verteilen Futter und helfen da wo es gebraucht wird.

Dieser Sommer ist, wie ja auch bei euch in Deutschland, echt extrem warm und trocken. Hier oben bedeutet das einen riesigen Mangel an Futter, so dass viele Bauern und Pferdebesitzer darüber nachdenken ihre Tiere zu schlachten. Denn mit so wenig Futter und vor allem auch heftig ansteigenden Preisen wissen viele nicht, wie sie ihre Tiere durch den Winter bringen sollen. Viele haben natürlich angefangen selbst so viel Futter wie möglich zusammen zu sammeln, so wie man das in den alten Tagen gemacht hat. Äste werden abgesägt und zusammengetragen, Brennesseln, Himbeerbüsche und Anderes zusammengesammelt und zum Trocknen aufgehängt. Die, die Möglichkeit haben, können somit einiges für den Winter lagern, Andere verfüttern das jetzt um das andere Futter für den Winter zu sparen. Das ist unheimlich viel Arbeit, mal ganz ehrlich, du sammelst voll den grossen Haufen und schwups ist der aufgefressen. Pferde sind ganz schön hungrig!

Fast platzend und in dieser Hitze ist das natürlich heftig, da können alle Hände und Pfoten gebraucht werden. Da wir sonst nur faul in der Sonne oder aufm Sofa rumliegen würden ist das eine bessere Idee. Wir sind natürlich dabei, flitzen durch die Gegend, buddeln und klettern und verbringen schöne Stunden draussen an der frischen Luft. Mama kann nebenbei mit den Pferdchen knuddeln, das fehlt ihr nämlich. Und laut ihr benehmen wir uns total super den Pferden gegenüber, sind vorsichtig um die herum, aber haben keine Angst und scheinen das cool zu finden. (Natürlich finden wir das cool, Hauptsache wir sind dabei!)

Wir sind inzwischen auch richtige Quad Profis. Ich springe da schon alleine drauf, auch wenn ich meistens wieder vom Sitz rutsche (diese Zweibeiner sind manchmal einfach zu langsam im Entgegennehmen!). Leela springt alleine wieder runter, möchte aber rauf gehoben werden. Die ist halt noch nicht so tough. Aber das ist ok, die ist ja die kleine Schwester.

Nachdem wir im Stall waren sind wir immer heftigst müde, futtern nur schnell unser Abendbrot (wenn es das nicht vorher gab) und verkriechen uns in unser Reich unter Mama's Bett. Auf so einem Hof gibt es nämlich megaviel zu schnüffeln, gucken und untersuchen. Ausserdem kann man sich da so richtig austoben und das tun wir natürlich. Mama scheint dann auch immer etwas müder als sonst, aber am nächsten Morgen kriegen wir sie wieder gut ausm Bett, also scheitn ihr das gut zu tun.

Heute geht es wahrscheinlich auch wieder zu den Pferdchen, jetzt muss Mama aber erst einmal ein paar Bilder bearbeiten und wir verkriechen uns unters Bett uns schlafen weiter. Euch einen superschönen Tag. Schmelzt uns in dieser Hitze bloss nicht weg!





Sonntag, 22. Juli 2018

Piraten Ahoi!

Na ihr Gauner, was habt ihr gestern so verbrochen?

Wir haben unsere sieben Sachen gepackt und sind zu Tante B gefahren, Dort sind wir nach dem Hundetraining, was mehr aus einem entspannten Treffen bestand, eine Runde mit dem Kajak los. Wir waren am Anfang nicht ganz so begeistert, sondern wollten nur irgendwo pennen, aber sind nach etwas Überredung mit. Wir können Muttern ja auch nicht so einfach im Stich lassen.


Die Fahrt war dann doch ganz cool. Es gab viel zu sehen und eine leichte Brise um die Ohren war ganz angenehm, Mama musste natürlich paddeln, während wir die Gegend abgecheckt haben und zwischendurch etwas schliefen. Leela plumpste natürlich gekonnt ins Wasser und schwomm eine kleine Runde, aber Mama hatte ein Handtuch dabei, in das wir sie dann für den Rest der Fahrt eingepackt haben. Nicht, dass die uns noch krank wird.

Nach der Tour sind diese Zweibeiner doch noch so wahnsinnig gewesen und ins Wasser gehüfpt. Mama hat versucht uns da mit rein zu bekommen, aber da hörte der Spass nun wirklich auf. Nass und ziemlich nackig haben wir die dann wieder mit zum Haus genommen, und denen erst einmal wieder trockene Kleidung verpasst. Danach sassen wir noch ein bisschen auf der Veranda, die Zweibeiner haben gequatscht und Leela und ich gepennt. Unser eigenes Kissen auf der Bank haben wir natürlich auch bekommen.

Irgendwann abends waren wir dann endlich wieder zu Hause, haben noch schnell Abendbrot gegessen und sind dann müde ins Bett gewatschelt. Heute waren wir gut ausgelastet, etwas erschöpft von so viel Action gestern, so dass wir den heutigen Tag nur entspannt haben.

Wie genau die nächsten Tage aussehen werden wissen wir noch nicht so genau, aber Mama faselt da irgendwas von Hütte und Baden.






Donnerstag, 19. Juli 2018

Ein ganz normaler, sonniger Donnerstag

Hallo,



mal wieder ein paar Worte zum Donnerstag von mir. Gar nicht so viele, wir mögen uns in dieser Affenhitze kaum regen. Draussen im Schatten kann man es einigermassen aushalten. Mama liegt in ihrer Hängematte und hört Hörspiele, Leela und ich sind mal ein bisschen draussen im Garten und wieder etwas drinne in unserer Höhle. Uns ist es einfach zu warm.

Spazierengehen fällt bei solch einer Hitze aus, wer geht den freiwillig auf dem heissen Asphalt durch die Gegend?! Im Wald ist es auch etwas zu warm. Nachher, wenn wir das wollen sagt Mutti, fahren wir aber ein bisschen runter ans Wasser, sodass wir uns etwas abkühlen und schwimmern können. Mal sehen ob die Alte uns ins Wasser kriegt, das letzte Mal durfte sie alleine da stehen und wir sassen am Strand.

Ich bin seit Samstag läufig. Mama findet schon seit cirka zwei Wochen, dass ich zickig bin, PMS nennt sie das und lächelt nur. Am Freitag hatte ich keinen Bock auf sie zu hören und am Samstag kamen dann die ersten Tropfen. Jaja, die soll sich mal nicht so anstellen. Ich halte ihre Launen schliesslich auch aus. Es ist aber vielleicht nicht ganz ok, dass ich Leela so anzicke, aber wofür sonst hat man kleine Schwestern. Ok, zum Spielen, Toben und Kuscheln auch.

Sonst kann ich euch gar nicht so viel erzählen, wir haben Ferien und entspannen ganz viel. Ab und zu fahren wir zu Tante B und machen ihren Garten unsicher, paddeln im Kayak, machen Touren auf die Hütte oder fahren an den See zum Baden. Manchmal besuchen wir auch Freunde oder bekommen Besuch. Letzte Woche habe ich mich wieder gut durchkneten lassen, wir waren nämlich vor knappen drei Wochen bei einer Physiotherapeutin und mein Nacken und meine Schulter waren verspannt. Das war bei der Kontrolle jetzt sehr viel besser. Ich sag euch, das Durchkneten ist richtig gut. Das werd ich öfter mal beantragen.

Wann wir wieder auf die Hütte fahren weiss ich noch nicht, aber die nächsten paar Tage sind wir erst einmal zuhause und kümmern uns um solche langweiligen Projekte wie den Keller aufzuräumen.

Was wir heute denn noch so unternehmen wissen wir irgendwie nciht so ganz, vielleicht fahren wir zu Tante B und paddeln eine Runde. 
Ich hoffe bei euch ist es etwas spannender, einen schönen Donnerstag erstma. Ich muss jetzt mein Frühstück verdauen und dann schauen wir mal was wir so machen!

Samstag, 7. Juli 2018

Alles steht auf dem Kopf

Wie einige von euch sicher schon mitbekommen haben, haben wir ja jetzt eine kleine Schwester im Haus. Grosse Freude und alles ist perfekt? 
 

Ganz und gar nicht. Die kleine süsse Maus hat relativ kurz nach Ankuft ihre Koffer ausgepackt und gezeigt was sie so alles an Gepäck dabei hat. Vor ein paar Wochen packte sie noch einmal mehr aus und das Chaos ist perfekt. Die Maus ist unheimlich unsicher und teilweise sehr ängstlich, sehr leicht gestresst und überfordert, in vielen Situationen total hilflos und hat im Allgemeinen grosse Probleme zur Ruhe zu kommen. Gut sozialisiert ist sie definitiv nicht, und ich frage mich was in ihrem alten Zuhause so alles passiert ist. Menschen sind in Ordnung, andere Hunde überhaupt nicht. Zumindest am Anfang. Neue Umgebungen und ganz normale Spaziergänge mit ihr sind eine riesengrosse Herausforderung. Trennungsangst bringt sie auch mit, und seit ein paar Wochen, stresst sie sehr beim Autofahren. Ich habe mit anderen Worten die Hände voll. Zwar hat siche einiges an Unruhe in den fast 3 Monaten, die sie jetzt bei uns ist, schon gelegt. Aber vor uns liegen noch einige grosse Baustellen.


Kiwi meistert das Ganze bisher überraschend gut. Ich bin beeindruckt wie schnell sie raus hatte, dass Leela aus jeder Fliege einen Elefanten macht. Oder wie man auf Norwegisch sagt: «Sie ruft wegen allem Wolf!». Es gibt aber einige wenige Situationen in denen ich deutlich sehe, dass es für Kiwi schwer ist ruhig zu bleiben und sich nicht verunsichern zu lassen. In vielerlei Hinsicht ist Kiwi Leela eine gute Stütze und ein gutes Vorbild. Kiwi ist in vielen Umgebungen, speziell zu Hause, sehr entspannt. Wenn sie müde ist oder ihr etwas zu viel ist, zieht sie sich einfach in ihren Schlafbereich zurück. Das hat Leela sich mit der Zeit abgeguckt und macht es ihr nach. Somit habe ich jetzt zwei Langschläfer, die man meist unter meinem Bett wiederfindet. Auch jetzt auf der Hütte sitze ich plötzlich ganz alleine auf der Veranda und die Mädels schlummern drinne im Sofa.

Am Anfang kam Leela bei uns im Haus sehr schlecht zur Ruhe. Ich habe mehrere Tage den ganzen Tag mit ihr irgendwo rumgelegen, damit sie sich endlich entspannen und etwas schlafen kann. Nachts ging es ganz gut. Nach ein paar Wochen legte sie sich zu Kiwi unters Bett, und inzwischen kann sie dort mehrere Stunden schlafen ohne die ganze Zeit gucken zu müssen was ich mache. Auch im Garten ist sie inzwischen etwas entspannter und bellt endlich nicht mehr wegen jedem Kleinkram. Spaziergänge sind immernoch cirka unmöglich, sie bellt, fiept, jault und rennt hektisch hin und her. Das ist eine der Situationen in der ich sehe, dass Kiwi sich stressen/verunsichern lässt.
In neuen Umgebungen, solange es nicht Spaziergänge sind, braucht sie teilweise lange Zeit um sich zurecht zu finden. Fahren wir jemand besuchen geht es relativ schnell gut, auf der Hütte jetzt auch. Nehme ich sie aber woanders aus dem Auto um sie schnüffeln zu lassen schafft sie maximal 5 Minuten ohne unruhig zu werden, meist an Orten wo andere Menschen sind.

Anfangs war das Autofahren kein grosses Problem. Sie wollte lieber mit Kiwi zusammen in einer Box sitzen, da schien Kiwi nichts gegen zu haben, also tut sie das seitdem. Sie sass am Anfang, legte sich aber nach einer kurzen Zeit hin und schlief. Vor etwas über 3 Wochen fing sie aber an am ganzen Körper zu zittern und zu hecheln, egal wie lange wir fuhren. Das hat sich wieder etwas gebessert nachdem sie vor etwas über einer Woche zur Behandlung bei einer Ostepathin war. Auch war sie beim Hundesitter vorletzte Woche so unruhig, dass ich sie früher abholen musste, denn sie beruhigte sich gar nicht. Das ist bisher nie passiert und lies mich natürlich stutzig werden. Deshalb habe ich sie tierärztlich, sowie osteopathisch untersuchen lassen, da ich mir etwas unsicher bin ob sie wirklich einfach psychisch total durcheinander ist, oder ob da eventuell mehr hinterstecken kann.

Bisher haben wir nichts finden können, und auch die Ostepathin konnte nichts auffälliges finden. Somit gehe ich davon aus, dass die Probleme in der Psyche zu finden sind. Um ganz ehrlich zu sein macht es die Sache nicht unbedingt leichter, denn es geht unheimlich langsam vorwärts und in einigen Bereichen fast gar nicht. Eventuell kann ich jetzt verstehen warum dieser Hund ein neues Zuhause brauchte, hätte ich vorher gewusst was auf mich zu kommt weiss ich nicht ob sie heute bei uns wäre.

Kiwi und Leela verstehen sich total gut und sind teilweise einfach nur zuckersüss zusammen. Doch leider sehe ich, dass Leela nicht der Hund ist den Kiwi an ihrer Seite bräuchte. Und das einfach und alleine aufgrund der Unruhe und Unsicherheit, die Kiwi teilweise selbst verunsichert. Kiwi ist aber eigentlich auch nicht der Hund den Leela an ihrer Seite bräuchte. Leela bräuchte jemand der so gelassen und entspannt durch die Welt wandert, dass man beim Zugucken fast einschläft. Und das ist Kiwi definitiv nicht. Leider.

Aber auch wenn die Beiden einander nicht auf allen Gebieten gut tun, ist die Kleine nun einmal jetzt bei uns und wir müssen das Beste draus machen. Das heisst, dass wir im Moment unheimlich viel zu Hause sind und wenig spazieren gehen, da Leela ungern lange im Auto warten möchte. Ich gehe getrennt mit den Mädels, da mir das Risiko, dass Kiwi auch anfängt alles anzukläffen, einfach zu hoch ist. Regelmässig fahre ich an Orte wo die Mädels ordentlich laufen und sich austoben können, denn Kiwi braucht ihren Auslauf und kommt da im Moment etwas zu kurz. Wir fahren immer wieder an neue Orte um dort eine kleine Runde zu schnüffeln und damit Leela sich an neue Umgebungen gewöhnt. Das Autofahren bauen wir neu auf, doch leider gibt es immer mal Situationen in denen ich es nicht umgehen kann. Nach der Behandlung kommt sie glücklicherweise etwas besser damit klar.

Das Zuhause alleine bleiben üben wir natürlich auch vorsichtig, dort sind wir aber noch sehr am Anfang. Im Vordergrund stand erst einmal sie bei uns ankommen zu lassen und sich endlich entspannen zu können. Andere Hunde trifft sie immer wieder mal, aber nur in kontrollierten Umgebungen und sehr selbstsichere und freundliche Hunde. Denn anderen Hunden gegenüber ist dieser kleine Zwerg eine Katastrophe.

Zwar bin ich darauf eingestellt einiges mit dieser Maus zu arbeiten, muss aber auch ehrlich zugeben, dass unsere Lebensqualität sehr darunter leidet. Für eine gewisse Zeit sollte man immer drauf vorbereitet sein sich anpassen zu müssen, wenn ein neuer Hund in das Leben tritt. Doch merke ich, besonders dadurch, dass ich alleine bin, dass wir plötzlich fast gar nichts mehr von dem, was wir normalerweise unternehmen, machen können. Leela wird es einfach zu viel und das zeigt sich meist auch lange nachdem wir wieder zu Hause sind.

Natürlich meldet sich immer wieder der Gedanke ob es Leela woanders vielleicht besser gehen könnte, doch möchte ich sie natürlich ungern wieder abgeben. Besonders wenn sie so schlecht mit der Welt klar kommt. Doch muss ich auch an Kiwi und mich denken. Deshalb habe ich beschlossen mir den Sommer anzugucken wie sich die Dinge entwickeln, damit meine ich natürlcih nicht, dass ich erwarte, dass alle Probleme sich lösen. Aber ich hoffe zu sehen, dass sie sich besser und besser, in kleinen Schritten, an unser Leben anpassen kann. Hört sich vielleicht drastisch und hart an, aber erst einmal gehe ich davon aus, dass wir das irgendwie hinkriegen und dieser kleine Floh für immer bei uns bleibt.